Der Labrador Retriever ist der Inbegriff des Familienhundes. Bekannt für ihre grenzenlose Energie, ihr sonniges Gemüt und ihre unglaubliche Vielseitigkeit, stehen Labs seit Jahrzehnten an der Spitze der Beliebtheitscharts. Obwohl ihr Name vermuten lässt, dass sie aus Labrador stammen, kamen sie eigentlich im 18. Jahrhundert aus Neufundland, wo sie Fischern halfen, Netze einzuholen und entkommene Fische zu bergen. Heute findet man sie ebenso wahrscheinlich auf einem Sofa in der Vorstadt wie auf dem Feld oder bei der Arbeit als Servicehunde.
Physische Merkmale
Labradore sind mittelgroße bis große, stämmige Hunde mit einem athletischen Körperbau. Eines ihrer markantesten Merkmale ist ihr kurzes, dichtes, wetterfestes Doppelmopped-Fell, das sie vor kaltem Wasser schützt. Es gibt sie in drei anerkannten Farben: Gelb (von blassem Creme bis Fuchsrot), Schwarz und Schokobraun.
Ein weiteres Markenzeichen der Rasse ist die “Otterrute” – am Ansatz dick und zur Spitze hin schmal zulaufend, die beim Schwimmen als kraftvolles Ruder fungiert. Labs haben einen breiten Kopf, ausdrucksstarke Augen voller Güte und Ohren, die nah am Kopf hängen. Ausgewachsene Rüden stehen typischerweise 22,5 bis 24,5 Zoll hoch und wiegen 65 bis 80 Pfund, während Hündinnen etwas kleiner und leichter sind.
Persönlichkeit & Temperament
Die Persönlichkeit des Labradors ist legendär. Sie sind bekannt dafür, “gefallen zu wollen” (will to please), und besitzen ein natürlich sanftes und aufgeschlossenes Temperament. Sie sind extrem soziale Tiere, die eine tiefe Bindung zu ihren Familien aufbauen und Fremde im Allgemeinen als potenzielle neue Freunde begrüßen. Dieser Mangel an Misstrauen macht sie zu schlechten Wachhunden, aber zu exzellenten Begleitern für Haushalte mit Kindern und anderen Haustieren.
Labs sind temperamentvolle und “maulorientierte” Hunde; sie lieben es, Dinge im Maul herumzutragen. Sie sind auch für ihre hohe Intelligenz und emotionale Sensibilität bekannt. Sie gedeihen bei positiver Verstärkung und menschlicher Gesellschaft und leiden oft unter Trennungsangst, wenn sie über längere Zeit allein gelassen werden.
Training & Bewegung
Labs sind Hochleistungssportler, die viel tägliche Bewegung benötigen. Ohne ein geeignetes Ventil für ihre Energie können sie sich langweilen und destruktiv werden, was sich oft in starkem Kauen äußert. Sie sind geborene Schwimmer und lieben jedes Spiel mit einem Ball oder einer Frisbee-Scheibe. Ein 30-minütiger Spaziergang reicht selten aus; sie brauchen kräftige Spielstunden oder lange Wanderungen, um gesund und ruhig zu bleiben.
Da sie so intelligent und futtermotiviert sind, macht es Freude, Labs zu trainieren. Sie glänzen in Gehorsam, Agility und Fährtenarbeit. Eine frühe Sozialisierung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass ihre überschäumende Freundlichkeit nicht in Übererregung ausartet (wie das Anspringen von Gästen). Sie gehören auch zu den am häufigsten für Servicearbeiten eingesetzten Rassen, unter anderem als Blindenführhunde und Such- und Rettungshunde.
Pflege & Instandhaltung
Obwohl ihr Fell kurz ist, haaren Labradore erheblich. Ihr Doppelmopped-Fell “wechselt” zweimal im Jahr sehr stark, aber Sie werden das ganze Jahr über gelbe, schwarze oder braune Haare auf Ihren Möbeln finden. Wöchentliches Bürsten ist notwendig, um das Haaren unter Kontrolle zu halten und das Fell gesund zu halten.
Labs sind berüchtigt für ihre Liebe zu Wasser und Schlamm, daher benötigen sie möglicherweise häufiger ein Bad als andere Rassen. Ihre Schlappohren können Feuchtigkeit einschließen, was sie anfällig für Infektionen macht. Daher sind regelmäßige Ohrenkontrollen und -reinigungen ein Muss. Wie alle Rassen benötigen sie auch regelmäßiges Krallenschneiden und Zahnpflege, um die allgemeine Gesundheit zu erhalten.
Gesundheit & Lebensdauer
Labradore leben im Allgemeinen zwischen 10 und 12 Jahren. Sie sind eine robuste Rasse, können aber für bestimmte genetische Probleme anfällig sein. Hüft- und Ellenbogendysplasie sind häufig, ebenso wie bestimmte Augenerkrankungen wie die progressive Retinaatrophie.
Das vielleicht bedeutendste Gesundheitsrisiko für Labs ist Übergewicht. Sie haben einen scheinbar bodenlosen Magen und einen langsamen Stoffwechsel, was bedeutet, dass sie so viel fressen, wie man sie lässt. Einen Lab auf einem gesunden Gewicht zu halten, ist eines der wichtigsten Dinge, die ein Besitzer tun kann, um Gelenkproblemen vorzubeugen und seine Lebensdauer zu verlängern. Sie sind auch anfällig für “Magendrehung” (GDV), einen lebensbedrohlichen Zustand, daher wird oft empfohlen, mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen zu füttern.
Ideale Lebensbedingungen
Labradore sind am glücklichsten in einem aktiven Haushalt, in dem sie als Teil der Familie behandelt werden. Sie passen sich gut an verschiedene Lebenssituationen an, einschließlich Wohnungen, vorausgesetzt, ihr hoher Bewegungsdrang wird gestillt. Ein Haus mit einem eingezäunten Garten ist jedoch ideal für ihren überschäumenden Spielstil.
Sie sind bekanntlich gut mit Kindern und vertragen sich meist gut mit anderen Hunden und Katzen. Wenn Sie einen loyalen, energiegeladenen und unendlich liebevollen Partner für Ihre Outdoor-Abenteuer und ruhigen Abende zu Hause suchen, ist der Labrador Retriever eine außergewöhnliche Wahl.